Zwischen Warten und Vertrauen
- kathrinpreissner
- 23. Mai
- 4 Min. Lesezeit

Derzeit stehen wir entweder davor – oder vielleicht befindest du dich auch schon – im Schleudergang dieser komischen Waschmaschine. Aktuell werden wir noch einmal ordentlich durchgeschüttelt, bevor es wirklich losgeht. Schließlich gehört es im Waschmaschinengang oft dazu, dass vor dem eigentlichen Waschgang erst einmal das Vorprogramm startet.
Eigentlich dachte ich tatsächlich, dass sich im Jahr des Feuerpferdes, in dem wir uns befinden, alles schnell, klar und effizient an seinen Platz fügt und es einfach losgeht. Doch tatsächlich ist eher das Gegenteil der Fall.
Vieles hat sich in den vergangenen Wochen und Monaten zwar danach angefühlt, als würde sich alles mehr sortieren, klarer und kraftvoller werden. Gleichzeitig wird aber auch das große Unbekannte immer deutlicher und präsenter. Wie ein Vakuum, das alles umfasst. Ich weiß nicht konkret, wie alles weitergeht, denn die alten Rollen, Denkweisen und Umsetzungsmethoden funktionieren nicht mehr wirklich.
Zuerst dachte ich immer, dass jetzt doch endlich alles klar sein müsste. Jahrelanges Daraufhinarbeiten – und jetzt soll sich erneut alles neu schreiben? Was? Das kann doch eigentlich nicht sein.
Die letzte Zeit hat sich wie ein ewiges Warten angefühlt. Ein Warten auf etwas kraftvoll Neues. Manchmal war ich traurig und verbittert und wusste einfach nicht mehr weiter. Gleichzeitig war da dieses starke Unbekannte – und trotzdem auch diese tiefe, energiegeladene Vorfreude auf das, was kommt. Besonders Letzteres ist geblieben.
Doch was genau kommen darf? Puh – ich weiß es nicht.
Interessanterweise habe ich dann erfahren, dass es nicht nur mir so geht, sondern auch vielen großen spirituellen Lehrerinnen, die ich kenne. Rückzug. Verbindung. Warten. So lautet das Credo.
Na toll, dachte ich mir.
Denn Geduld ist wirklich nicht meine größte Stärke. Lustigerweise habe ich erst letztens in meinen Gene Keys nachgelesen, dass ich aus der Geduld und Ruhe heraus handle. Ruhe – ja. Geduld – puh, eher schwierig.
Wenn nichts passiert, entsteht in mir schnell ein Gefühl von Haltlosigkeit und Unruhe. Leere und Stillstand sind aktuell meine größten Endgegner. Und vielleicht liegt genau darin gerade mein Wachstum.
Sich zurückziehen. Warten. Spüren. Verbinden. Darauf vertrauen, dass sich alles zu seiner Zeit zeigen wird. Und dass es vor allem auch darum geht, gerade gut für sich zu sorgen und das eigene Zuhause – im übertragenen Sinne – auszumisten, neu einzuräumen und neu auszurichten.
Was hilft mir dabei?
– In bester Gesellschaft sein. Sich austauschen, gemeinsam verstehen und lernen.
– Körperübungen wie meine tägliche Yogaeinheit.
– Natur. Jeden Tag alleine und ohne Handy spazieren gehen, spüren, verbinden und schauen, was passiert.
– Schlafen!!! Wirklich ausreichend und qualitativ gut schlafen. Wenn wir schlafen, regeneriert sich unser gesamtes System und kann alles verarbeiten. Absolutes Wellness-Essential!!!
Tägliche Ausrichtung
Ich stelle mich bewusst mit nackten Füßen auf die Erde. Meine Arme strecken sich entspannt neben meinem Körper aus. Ich atme drei Mal tief ein und aus. Ich verbinde mich mit der Erde und öffne meine Fußsohlen.
Alles, was mich belastet, ängstigt oder beschwert, alle Energien, die nicht meine sind und mir nicht dienen, dürfen in die Erde fließen. Alles Schwere und Dunkle darf gehen. Ich bedanke mich bei der Erde, die all diese Energien aufnimmt.
Dann atme ich erneut drei Mal tief ein und aus. Ich stelle mir vor, wie sich mein Kronenchakra öffnet, und bitte das Universum, alle Lichtwesen, Ahninnen und Engel darum, dass alles, was ich für den heutigen Tag, meine Projekte und Beziehungen brauche, durch mich hindurchfließen darf. Oder ganz konkret: Mut, Liebe und Vertrauen.
Ich bitte darum, dass alles zum Wohle aller Beteiligten geschieht.
Dann ziehe ich meinen goldenen, glänzenden Lichtmantel an, der mich umhüllt und schützt und gleichzeitig alle Wesen, die versuchen, meine Grenzen zu überschreiten, mit einer Mauer aus Liebe und Mitgefühl wieder an ihren Platz zurücksendet.
Zum Schluss bedanke ich mich bei allen, die mich unterstützen.
Danke, danke, danke.
Dann atme ich noch einmal tief ein und aus.
Sonst noch so...
Ganz wichtig ist gerade auch, dass sich nichts kompliziert anfühlen muss. Nicht alles möchte sofort verstanden werden. Vielleicht geht es im Moment vielmehr darum, wieder Leichtigkeit einzuladen und dem zu folgen, was dir aus tiefstem Herzen Freude bereitet.
Ohne dass es sofort Sinn ergeben muss.
Ohne dass daraus direkt eine klare Richtung entstehen muss.
Und vor allem darf es Zeit brauchen. Wie viel Zeit du brauchst, das darfst du in dir selbst spüren. Das darf dein Herz entscheiden – nicht dein Verstand.
Natürlich wünscht sich unsere Leistungsgesellschaft schnelle Ergebnisse. Schließlich sind wir genau darin sozialisiert worden und tragen diesen Wunsch oft selbst in uns. Doch vieles von dem, was uns bisher gedient hat, war wertvoll und wichtig für den Weg bis hierher.
Jetzt stehen wir jedoch an einer Schwelle, an der alte Methoden und Ansätze vielleicht nicht mehr die gleiche Tiefe, Beständigkeit oder Wahrheit in sich tragen.
Gerade jetzt ist es wichtig, deinem tiefsten Inneren zu lauschen. Zu erkennen, was wirklich noch zu dir gehört – und was gehen darf. In tiefer Dankbarkeit für all die Erfahrungen, Erkenntnisse und Lektionen, die dich bis hierher begleitet haben.
Und dann den Blick langsam wieder nach vorne zu richten.
Dich innerlich neu auszurichten.
Dich aufzustellen – mit offenem Herzen, voller Kraft und tiefem Vertrauen in das, was jetzt entstehen und in dein Leben einziehen darf.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass sich der Weg niemals erzwingen lässt. Klarheit entsteht oft genau dann, wenn wir beginnen, uns zu öffnen – für all das, was möglich ist und vielleicht sogar weit über das hinausgeht, was wir uns bisher vorstellen konnten.
Mit dem tiefen Wissen darüber, wer wir wirklich sind und was wir brauchen, um uns erfüllt und lebendig zu fühlen. Und vor allem mit dem Vertrauen, dass sich, sobald wir uns auf den Weg machen, die Zeichen zeigen werden.
Dass sich der Weg Stück für Stück lichten darf.
Und dass wir immer wieder innehalten dürfen, um ehrlich in uns hineinzuspüren:
Fühlt sich das wirklich stimmig an? Fühlt es sich nach mir an?
Denn nicht alles muss sofort sichtbar sein, damit es bereits in Bewegung kommen darf.
Und vielleicht dürfen wir gerade lernen, dass nicht alles sofort entstehen muss, um bereits auf dem Weg zu sein.
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